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Der kumulative Effekt in der Automotivebranche

Die Automobilindustrie zeigt besonders deutlich, wie viele regulatorische Ebenen sich innerhalb eines einzigen Produktes überlagern können. Ein Fahrzeug ist nicht nur ein Produkt, sondern ein komplexes System aus Bauteilen, Elektronik, Software, Batterien, Werkstoffen, Sicherheitsfunktionen und internationalen Lieferketten.

Bereits vor dem Marktzugang müssen Fahrzeug- und Komponentenklassifikation, Typgenehmigung, technische Sicherheit, Emissionen und weitere fahrzeugspezifische Anforderungen geprüft werden. Hinzu kommen je nach Fahrzeug Software, Cybersecurity, Software-Updates, elektrische und elektronische Komponenten sowie Batterieanforderungen.

Auch die eingesetzten Materialien bilden eine eigene Ebene. Chemikalien- und Stoffbeschränkungen, Beschichtungen, Kunststoffe, Flammschutzmittel, Recyclingmaterialien und umweltbezogene Produktanforderungen können einzelne Bauteile oder ganze Fahrzeugplattformen betreffen.

Bei Elektro- und Hybridfahrzeugen entsteht zusätzlich eine umfangreiche Batteriearchitektur mit Anforderungen an Produktkonformität, Kennzeichnung, Daten, Rohstoffherkunft, Recycling und Herstellerverantwortung.

Daneben stehen die Verpackungen von Fahrzeugteilen und Ersatzteilen unter eigenen Verpackungs- und EPR-Anforderungen. Für einzelne Komponenten können zusätzliche Rücknahme-, Recycling- oder Registrierungspflichten entstehen.

Beim internationalen Handel folgen Zolltarif, Ursprung, Handelsabkommen, mögliche Antidumping- oder andere Handelsschutzmaßnahmen sowie Einfuhrsteuern. Auch die Herkunft einzelner Komponenten kann dabei wirtschaftlich und regulatorisch relevant werden.

Besonders anspruchsvoll ist die Lieferkette. Ein Fahrzeug kann Komponenten und Rohstoffe aus zahlreichen Ländern enthalten. Dadurch können Rohstoffherkunft, Schmelzen und Raffinerien, Batteriematerialien, Lieferanten, Produktionsstätten sowie menschenrechtliche und umweltbezogene Lieferkettenanforderungen zusätzlich relevant werden.

Aus einem einzigen Fahrzeug entsteht damit eine sehr lange regulatorische Kette:

Rohstoff -> Material -> Bauteil -> elektronische Komponente -> Software -> Batterie -> Fahrzeug -> Typgenehmigung

-> Verpackung/EPR -> Zoll und Ursprung -> Vertrieb -> Nutzung -> Reparatur und Ersatzteile -> Rücknahme und Recycling

CLIMATE LEDGER™ macht sichtbar, welche dieser Ebenen für das konkrete Fahrzeug, die konkrete Komponente und den jeweiligen EU-Zielmarkt tatsächlich relevant sind, wie sie zusammenhängen und an welchen Stellen Daten, Nachweise, Registrierungen oder Prüfungen noch fehlen.

Denn auch ein technisch leistungsfähiges und vollständig entwickeltes Fahrzeug kann noch nicht vollständig marktzugangsbereit sein, wenn beispielsweise Typgenehmigung, Batterieanforderungen, Stoffevidence, Lieferkettendaten, Importbedingungen oder nationale Folgepflichten offenbleiben.

Der tatsächliche Marktzugang entsteht erst, wenn die gesamte relevante regulatorische Kette geschlossen ist.

Containerschiff bei der Einfahrt in einen Containerhafen im internationalen Waren- und Güterverkehr
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